Seit dem Jahr 2002 betreibe ich dieses Internetportal und vermittle die
Ferienwohnungen an die Feriengäste. In der Zeit habe ich viel lustiges
aber auch ärgerliches erleben dürfen. Ihr eine kleine Auswahl an
Geschichten, die in Erinnerung geblieben sind.
Eine kleine Geschichte.
Herr X aus Y buchte bei uns eine Ferienwohnung für 14 Tage. Er teilte mir seine
Adresse mit und die Buchung wurde bestätigt. 2 Wochen später buchte Frau X aus Y
eine andere Ferienwohnung zur gleichen Zeit und gab die gleiche Adresse bei der
Buchung an. Natürlich freuen wir uns über jede Buchung und warum sollten die
Kinder der Familie nicht auch in Urlaub fahren dürfen. Stutzig wurde ich nach
weiteren 2 Wochen. Wieder eine Buchung aus dem gleichen Haus, zur gleichen Zeit
mit gleicher Adresse. Nun bin ich neugierig geworden und habe mich erkundigt, ob
noch mit weiteren Buchung zu rechnen ist. Die Antwort hat mich doch entsetzt.
"Nein, wir werden nur eine von diesen 3 Wohnungen beziehen. Wir buchten 3
Wohnungen, damit wir vor Ort uns die beste aussuchen können." Bezahlen werden
wir nur die Wohnung, die uns gefällt.
Der Vergleich.
Es begab sich zu einer Zeit in den Sommertagen, da buchte der Herr Dr. Dpl. XY
mit seiner Frau Prof. XY eine Ferienwohnung für 5 Tage. Es sollte eine ruhige,
schön eingerichtete und besonders nette Ferienwohnung sein. Wir haben alles im
Angebot und ihm wurde geholfen.
Es begab sich zu einer Zeit, in den Wintertagen, da buchte eine Gruppen von 17
jungen Menschen eine komplette Anlage für 4 Tage um Silvester an der Nordsee zu
feiern. Auch ihnen wurde geholfen.
Bei welcher Buchung hätten Sie jetzt Angst um ihr Mobiliar der Ferienwohnungen?
Bei welcher Buchung rechnen Sie damit, das die Wohnung für Tage danach
unbewohnbar ist?
Herausgestellt hat sich, das die 17 jungen Menschen, die Wohnungen Tip Top
wieder verlassen haben. Ja, sie haben gefeiert, sie haben Unordnung gemacht,
aber alle haben einen Tag länger gebucht und alles wieder aufgeräumt.
Der Herr Dr. Dpl. allerdings, hat am Anreisetag erst 4 Kisten Bier in die
Wohnung geschleppt. Als diese am späten Abend leer waren, wurden die Koffer
geholt. In den 5 Tagen haben er und seine Frau nur zum Einkaufen einmal die
Wohnung verlassen. Ein Trost ist geblieben. Vom Pfandgeld des Leergutes in der
Wohnung konnte bequem eine 2. Reinigungskraft bezahlt werden.
Unsere Gäste kommen sag schon mal dem Glaser bescheid.
Stammgäste sind etwas ganz besonders. Ich freue mich immer wieder wenn
altbekannte Gäste erneut eine Ferienwohnung buchen. Diese Familie ist mir ganz
besonders ans Herz gewachsen. An ihren 4. Urlaubstag kam sie mit hängendem
Gesicht zum Eigentümer. Uns ins ein Unglück passiert. Wir hatten das Fenster
offen, eine Windböe an das Fenster erwischt und nun ist die Scheibe kaputt
gegangen. Natürlich haben wir gleich den Glaser gerufen und die Scheibe ersetzen
lassen. So etwas kann immer passieren. Im nächsten Jahr hat diese Familie die
gleiche Ferienwohnung wieder gebucht. Wieder ist ein Unglück passiert, der Ball
war schuld, denn es ging wieder ein Fenster in die Brüche. Auch hier wurde mit
einem Lächeln die Scheibe ersetzt. Für solche Unglücke ist man schließlich
versichert. Im darauf folgendem Jahr buchte diese wirklich nette (ernst gemeint)
Familie wieder diese Ferienwohnung. Man soll es nicht für möglich halten, aber
die Scheibe Nr. 3 war fällig. Im 4. Jahr wurde ich dann gefragt. Dürfen wir noch
einmal kommen? Wir passen auch auf. Natürlich durften Sie die Wohnung wieder
buchen. Wir freuen uns auf jeden Stammgast. Der Glaser hat auch schon ein neues
Fenster auf Verdacht bestellt.
Wo ist denn die Nordsee?
Natürlich sind die hier angebotenen Ferienwohnungen nicht mein Eigentum. Wäre es
so, dann hätte ich ein paar Angestellte und könnte mich zurücklehnen.. Ich
vermittele zwischen den Eigentümern der Wohnungen und ihnen, den Urlaubern und
wohne selber im schönen Ammerland, ca. 100km von der Küste entfernt. Damit das
alles auch funktioniert, steht meine Adresse mit auf den Anmeldebogen für die
Ferienwohnungen. Mindestens einmal im Jahr kommt es vor, das vor meiner Haustür
ein paar Koffer abgestellt werden. Hinter den Koffern steht eine Familie mit
Sack und Pack. Wir sind da, und möchten die Ferienwohnung beziehen. Wo ist den
die Nordsee? Meine Antwort: "etwa 100km nördlich, denn Sie sind an der falschen
Adresse angereist".
Nachts, alleine am Deich
Ostfriesland und seine Nordsee sind zu jeder Jahreszeit ein ein Erlebnis. Im
Sommer haben wir die Sonne, die Badestrände, im Winter den Sturm und das
Hochwasser. Auch diese Naturereignisse sind immer wieder eine Reise an die Küste
wert. So dachte das auch ein Ehepaar, das im November eine Wohnung am Deich
gebucht hatte. Natürlich war das weit in der Nebensaison und Sie hatten die
ganze Anlage mit ihren 9 Wohnungen für sich alleine. Ruhe pur. Entspannung am
Deich des Tages und eine absolut ruhige Nacht. Kein Autolärm, kaum ein Geräusch
bis auf den Wind, der gelegentlich am Haus klappert. Und dann plötzlich, mitten
in der Nacht gegen 23 Uhr ein scheppern, ein klirren, ein Krach das das Haus
wackelt. Da muss ein Fester zerbrochen sein.
Gegen 23:20 klingelte mein Telefon. Herr Düring, ich glaube hier wird grade
eingebrochen, sagte eine ängstliche Stimme zu mir am Telefon. Was sollen wir
machen? Mein Mann war schon auf dem Flur, konnte aber nichts sehen. Können Sie
uns helfen? Nun, ich wollte helfen, wohne aber selber 120 km von der
Ferienwohnung entfernt. Inzwischen war es 24 Uhr geworden. Selber etwas nervös
geworden, habe ich versucht, den Eigentümer ans Telefon zu bekommen.
Vergebens....
Mir blieb nur die Wahl, selber an die Küste zu fahren, oder von hier aus die
Polizei zu rufen, so das diese nach dem Rechten sehen kann. Vorerst wollte ich
aber noch einmal mit dem Urlauber sprechen. Um 0:30 über das Handy also wieder
den Urlauber angerufen. Wie sieht es aus? Noch Geräusche? ... Ein langes
Schweigen am Telefon... nein, jetzt ist alles Still... aber die Unruhe... wenn
da noch wer im Haus ist....
Also doch die Polizei rufen, ok. Ostfriesland ist ein weites Land, die nächste
Dienst habende Polizeistelle ist in Aurich. Rund 35 km von der Ferienwohnungen
entfernt. Ein begeistert gähnender Polizist ab Telefon. Geräusche? Wo? Wann? Vor
2 Stunden? Am Deich? Wir sollen kommen? Wann? Jetzt? öhmmm.... Ein
Streifenwagen? neeee.... wir kommen morgen Früh mal vorbei. Wenn das Einbrecher
waren, dann sind die schon längst wieder weg bevor wir da sind, gute Nacht.
Zugegeben, in dieser Nacht hätte ich auch nicht mit dem Urlaubern tauschen
wollen. Am nächsten Morgen war dann auch der Streifenwagen da. Eine
eingeschlagene Fensterscheibe wurde nicht gefunden...
...aber ein Schlüsselbrett, das von der Wand gefallen war.
Können Sie mal das Dachfenster zu machen?
Es war wieder so ein schöner Sommertag. 30° C war es mindestens im Schatten.
Auch ich hatte mir einen freien Tag gegönnt und habe es mir zu Hause gemütlich
gemacht. Auf einem mal schrillte mein Telefon. Eine hektische Stimme: Herr
Düring, wir sind grade auf dem Wasser. Es zieh hier sehr dunkle Wolken auf. Es
sieht nach einem starken Regen aus. Wir haben das Dachfenster in der
Ferienwohnung auf gelassen. Könnten Sie es bitte zu machen? Danke. - klick -
aufgelegt. Ein prüfender Blick zum Himmel von mir, aber ich konnte am besten
Willen keine Wolke entdecken. Gut ich wohne nun auch ein paar Kilometer von der
Küste entfernt. Die Küstenregion ist durch ihre Kleinwetterlage bekannt. (Die
Küste kann durch das Wattenmeer ein anderes Wetter haben, als 30 km entfernt im
Innenland) Aber wer hatte angerufen? Welche Ferienwohnung meinte er?
Ratlos habe ich bei ein paar Ferienwohnungen angerufen. Regen hier? nee bestes
Wetter, aber wir schauen mal nach den Dachfenster war die Antwort bei jeder
Ferienwohnung.
Erst Monate später wurde mir von einem Vermieter berichtet, das er einen
Wasserschaden in der Ferienwohnung hatte, weil ein Urlauber das Dachfenster auf
gelassen hat. Der Urlauber war im Harz mit einem Kajak auf der
Okertalsperre gewesen und hatte vorher vergessen das Dachfenster zu schließen.
Das Zicklein
Urlaub auf einem Bauernhof ist grade für unseren kleinsten Gäste ein Erlebnis.
So kam es, das eine junge Familie aus Wuppertal an der Nordsee auf einem
Bauernhof urlaubte. Für die kleine 5 jährige Tochter waren grade die Tiere das
besondere Highlight. Es gab hier Hühner, und jeden Morgen durfte sie mit der
Bäuerin die Eier suchen. Es gab hier Kühe, und jedem Abend war die mit dem Bauer
auf der Weide zum melken. Und es gab hier Ziegen, die sie jeden Tag mit ihren
Eltern auf der Weide besucht hat. Ganz besonders angetan hat ihr das kleine
Zicklein, welches erst vor ein paar Tagen geboren war. Das Zicklein war ihr so
an Herz gewachsen, das es mehrmals am Tag besucht werden musste. Was liegt da
näher, als anstatt viele male am Tag zur Weide zu laufen, lieber das Zicklein
zur Ferienwohnung zu holen. Es bekam einen Platz direkt vor der Ferienwohnung
auf dem Rasen und wurde zum Mittelpunkt des Urlaubs auf diesem Bauernhof. Der
Abschied nach 2 Wochen Urlaub viel schwer. Träne flossen bei unserem kleinsten
Urlauber, denn das Zicklein konnte nicht einfach mitgenommen werden. Im nächsten
Jahr wollte man das Zicklein aber wieder besuchen. So wurde gleich die
Ferienwohnung für das nächste Jahr wieder gebucht.
Schnell war das Jahr vergangen und es Stand der nächste Sommerurlaub vor der
Tür. Das ganze Jahr wurde von diesem Zicklein gesprochen und es sollte wieder
besucht werden. Der Bauer wusste Bescheid. Er freute sich auch auf seinen
kleinen Gast und wollte alles perfekt vorbreiten. Ja, selbst an das Tier hat er
gedacht und es wurde wieder vor der Ferienwohnung auf dem Rasen angebunden.
Gegen Mittag erreichten die Gäste das Haus. Die Autotüren flogen auf. Wo ist das
Zicklein, wo rief das kleine Mädchen schon von weitem. Sie rannte auf die
Ferienwohnung zu, immer noch rufend.. wo ist das Zicklein? Fast wäre sie über
das Tier im Garten gestolpert... der Bauer kam um die Ecke... wo? wo ist
mein Zicklein? rief sie wieder vom weitern dem Bauern zu. Der Bauer stutzte,
aber kleines sagte er, das Zicklein steht noch neben dir...Nein.. schrie sie
wütend, das ist nicht das Zicklein vom letzten Jahr, das ist nur ein alter
Ziegenbock.